Was macht uns glücklich?

Aktualisiert: Juni 21



Glücklich sein lohnt sich. Das zeigen die Studien der Positiven Psychologie und der Glücksforschung. In glücklichen Stimmungen sinkt der Cortisolspiegel, weiten sich die Blutgefäße, schärft sich das Spektrum der Sinne, erweitert sich das Repertoire der Ideen, wird es wahrscheinlicher, anderen Menschen Gefälligkeiten zu erweisen, und unwahrscheinlicher, anderen gegenüber neidisch oder feindselig zu werden.




Glückliche Menschen:


- leben länger und haben ein leistungsfähigeres Immunsystem

- verdienen mehr

- verursachen weniger Verkehrsunfälle

- sind effizienter bei der Arbeit und erfolgreicher im Beruf

- lernen leichter, schneller und nachhaltiger

- sind weiser und kreativer

- haben vielfältigere Sozialbeziehungen

- zahlen ihre Steuern lieber


Macht Geld glücklich?

Ob Geld überhaupt glücklich macht, ist eine der in der Glücksforschung seit Langem und am intensivsten untersuchten Fragen, mit der sich zahlreiche Studien beschäftigten. Die 400 reichsten Amerikaner erzielten auf einer mit sieben Punkten definierten Glücksskala einen Mittelwert von 5,8. Massai-Krieger, ohne Sparbücher und Autos, aber oft laufend, an der Sonne und in frischer Luft, erzielten einen Durchschnittswert von 5,4. Auch Amische, ohne Auto und Kühlschrank, erreichten mit 5,1 einen Wert über der neutralen Mitte. Selbst Menschen, die in Kalkutta in selbstgezimmerten Hütten hausen oder kein Dach über dem Kopf haben, stellten sich als überraschend glücklich heraus. Der Grund: Gute und intakte Beziehungen zur Familie und zu Freunden hoben trotz ärmlichster Verhältnisse das Glücksniveau.


Verdient jemand in Deutschland im Monat € 1.000, so liegt sein Mittelwert auf einer zehnteiligen Zufriedenheitsskala bei 6,6 Punkten. Bei jenen, die € 2.000 verdienen, liegt der Wert bei 6,9. Interessant ist, dass Gehaltserhöhungen das Glück nur moderat steigern. Beträgt eine Gehaltserhöhung bei einem Grundgehalt von € 1.500 € 250, steigt der Wert nur um 0,05 Punkte. Bei höheren Einkommen steigern zusätzliche Einkünfte die Zufriedenheit überhaupt nicht mehr. Dies ist bei Männern ab € 5.000 und bei Frauen ab € 3.000 der Fall. Die Erklärung: Wenn Nahrung, Wohnen und notwendige Gebrauchsgüter gewährleistet sind, treten nichtmaterielle Sehnsüchte, wie etwa der Wunsch nach Selbstverwirklichung, in den Vordergrund.


Auch ein unerwarteter Geldsegen erhöht nicht zwangsläufig das Glücksniveau. In einer Studie wurde beobachtet, wie 191 britische Toto-Gewinner mit ihrem unverhofften Geldsegen umgingen. Die meisten beteuerten, glücklicher geworden zu sein, und mehr als zwei Drittel gaben ihren Beruf auf. Aber viele verstrickten sich in Probleme, wurden betrogen, zerstritten sich mit ihren Familien oder vermissten frühere Arbeitskollegen. Auch niederländische Lotteriegewinner waren nach sechs Monaten wieder ebenso zufrieden wie vorher. Unglücklich hingegen macht zu wenig Geld. So sind Armutsgefährdete in den USA nur zu 13 Prozent glücklich, Topverdiener hingegen zu 50 Prozent. Glücksmindernd wirkt selbst die Befürchtung, in Armut abzurutschen, etwa durch Jobverlust.


Fazit: Der Zusammenhang von Glück und Geld ist viel stärker, wenn von letzterem wenig da ist. Die gute Nachricht für alle mit niedrigerem Einkommen: Andere Glücksfaktoren können trotz wenig Geld das Glücksniveau hochhalten. Je höher das Einkommen, desto mehr flacht die Glückskurve ab. Und mit mehr Geld steigen auch die materiellen Ansprüche, was wiederum die Lebenszufriedenheit mindert.



Kann man Glück und Lebensfreude trainieren?

Mancher mag sich als notorisch unzufrieden bezeichnen, andere wiederum sehen sich auf der Sonnenseite des Lebens. Die gute Nachricht für die Unzufriedenen: Glücklich sein kann man trainieren! Sogar kranke oder gehandicapte Menschen können glücklich sein. Eine Studie mit 675 Patienten bestätigte dies. So schätzten sich Blinde zu 86 Prozent als sehr zufrieden ein, schwer Gehbehinderte zu 68 Prozent. Glücksmindernd wirkten jedoch mehrfache Beeinträchtigungen, die das Führen des Haushalts unmöglich und von Pflege abhängig machen. Dennoch beteuerte mehr als die Hälfte dieser Personen, glücklich zu sein.


Seit der Happiness Twin Studie, die von Professor Lykken in den 1980er Jahren in Minnesota durchgeführt wurde, wissen wir aufgrund umfangreicher Untersuchungen an eineiigen Zwillingen, dass die Fähigkeit, anhaltendes Glück zu empfinden, zu einem bestimmten Teil genetisch bedingt ist. Die Erkenntnis: Jeder von uns hat einen bestimmten Glücksausgangspunkt, einen sogenannten Glücksfixpunkt, geerbt. Dieser genetische Fixpunkt ist eine Art Nullpunkt, zu dem wir nach großen Enttäuschungen oder großen Triumphen immer wieder zurückkehren. Dass die Gene mitbestimmen, wie glücklich sich Menschen fühlen, wurde mittlerweile in weiteren Studien belegt. Im Jahre 2012 hat die US-Psychologin und weltweit anerkannte Glücksforscherin Sonja Lyobomirsky daraus folgendes Diagramm entwickelt:


Lyobomirskys Forschungsergebnisse zeigen, dass ungefähr 50 Prozent unseres Glücksempfindens von unseren Genen abhängen. Weitere 10 Prozent unseres Glücksniveaus sind von äußeren Lebensumständen wie Geld oder Arbeit abhängig, und ganze 40 Prozent werden durch unsere alltäglichen Verhaltensmuster, Handlungen und Gedanken beeinflusst. Hier wird deutlich, welch enormes Potenzial zur Steigerung des persönlichen Glückniveaus besteht: Rund 40 Prozent Ihres persönlichen Glücksniveaus haben Sie selbst in der Hand! Es ist also möglich, Ihr subjektives Wohlbefinden über Ihren genetischen Fixpunkt hinaus zu steigern und dauerhaft erhöht zu halten. Allerdings können Sie genauso unter Ihren Glückswert fallen, wenn Sie sich schädliche Gewohnheiten aneignen.



Wenn man das Glücksniveau erhöhen möchte, gilt es, die Menge der positiven Gefühle und Gedanken deutlich zu vergrößern, diese bewusst zu erleben und zu genießen.

Dr. Beate Guldenschuh-Feßler


Auch wenn äußere Einflüsse und genetische Veranlagung nicht optimal sind, können Sie trotzdem glücklich werden. Demnach sind auch von Natur aus eher unglückliche Personen in der Lage, ihr subjektives Glücksempfinden zu einem gewissen Grad zu steigern und das Glücklich-sein regelrecht zu trainieren. An dem Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist also tatsächlich etwas dran.


Was steigert unsere Lebensfreude?

Glück und Lebensfreude suchen die Menschen auf verschiedensten Wegen. Einige, indem sie jede Woche 50 Euro ins Glückspiel investieren, andere indem sie sich ins Kloster zurückziehen, wieder andere, indem sie auf die höchsten Berge steigen. Aber was macht wirklich glücklich? Fragt man die Menschen, was sie glücklich macht, gelangen unterschiedliche Untersuchungen zu ähnlichen Ergebnissen: Es sind folgende sechs in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit aufgelistete Glücksfaktoren:


1. Soziale Unterstützung, Wertschätzung und das Gefühl, geliebt zu werden

2. Optimismus und Zufriedenheit mit dem, was gerade da ist

3. Leistungsfähigkeit und Freiheit

4. Mentale Stärke und Persönlichkeitseigenschaften wie Willenskraft und Liebenswürdigkeit

5. (finanzielle) Sicherheit

6. Persönliche Vorzüge, unter anderem Intelligenz und Attraktivität


Diese „Laientheorien“ der Glücksfaktoren decken sich im Großen und Ganzen mit den Ergebnissen der Glücksforschung. Auch diese besagt, dass Nahbeziehungen und Alltägliches wie die Arbeit glücksrelevanter sind als Geld oder Bildung. Einzig die Gene wurden von der Glücksforschung als wichtiger betont, als sie den Befragten erschienen.



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„Das Buch behandelt das Thema Glück höchst alltagstauglich. Ich kann diesen Ratgeber mit bestem Gewissen wärmstens empfehlen.“


Dr. med. Thomas Jungblut, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM)



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